Bayer zahlt 185 Millionen Dollar wegen PCB-bedingter Hirnschäden bei Lehrern
Klaus-Günter SölzerBayer zahlt 185 Millionen Dollar wegen PCB-bedingter Hirnschäden bei Lehrern
Der Chemiekonzern Bayer muss 185 Millionen US-Dollar Schadensersatz zahlen, nachdem Lehrer an einer Schule im Bundesstaat Washington durch den Kontakt mit giftigen Chemikalien Hirnschäden erlitten hatten. Im Mittelpunkt des Falls stehen polychlorierte Biphenyle (PCB), ein längst verbotener Stoff, der einst von Monsanto hergestellt wurde – jenem Unternehmen, das Bayer später übernahm. Nun drohen dem Konzern weitere juristische Auseinandersetzungen, da immer mehr Klagen eingereicht werden.
Das Urteil ist das vorläufige Ergebnis eines langjährigen Rechtsstreits über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von PCB in Schulen. Parallel dazu geht Monsanto rechtlich gegen ehemalige Kunden in Missouri vor, um eigene Prozesskosten abzuwälzen.
Erst kürzlich bestätigte der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Washington die Schadensersatzzahlung in Höhe von 185 Millionen Dollar gegen Monsanto, das heute zu Bayer gehört. Drei Lehrkräfte des Sky Valley Education Center hatten erfolgreich gegen das Unternehmen geklagt und nachgewiesen, dass ihre Hirnschäden auf PCB-Belastungen in der Schule zurückzuführen sind. Die Chemikalie, die in den USA seit 1977 verboten ist, wurde von Monsanto bis zu diesem Jahr produziert – Jahrzehnte bevor Bayer den Konzern 2018 übernahm.
Bayer hat die meisten Klagen im Zusammenhang mit dem Sky Valley Education Center bereits außergerichtlich geregelt, doch acht Berufungsverfahren sind noch anhängig. Über 200 Personen behaupten, ihre gesundheitlichen Probleme seien auf PCB in der Schule zurückzuführen. Das Unternehmen argumentiert, die Gerichtsentscheidung verstoße gegen die US-Verfassung, und prüft weitere rechtliche Schritte.
In einem separaten Vorgehen verklagt Monsanto nun ehemalige PCB-Kunden in Missouri. Das Unternehmen will, dass diese einen Teil der finanziellen Last der anhaltenden Klagen wegen der giftigen Altlasten tragen.
Analysten warnen, dass die Aktienperformance von Bayer für Aktionäre problematisch sein könnte. Ein kostenloser Bericht vom 30. Oktober rät Anlegern, schnell zu handeln, um ihre Interessen angesichts des wachsenden rechtlichen Drucks zu schützen.
Die Schadensersatzzahlung von 185 Millionen Dollar zählt zu den höchsten Summen in einem PCB-Verfahren. Mit acht noch ausstehenden Berufungsverfahren und über 200 anhängigen Klagen sind Bayers juristische Herausforderungen jedoch längst nicht beendet. Die nächsten Schritte des Konzerns könnten seine finanzielle Zukunft prägen, während er sich in mehreren Bundesstaaten gegen Klagen zur Wehr setzt.






