Aus Müllhalde wird Ökostrom: Ahaus baut Solarpark auf stillgelegter Deponie
Klaus-Günter SölzerAus Müllhalde wird Ökostrom: Ahaus baut Solarpark auf stillgelegter Deponie
Stillgelegte Deponie in Ahaus-Alstätte wird zum Standort eines großen Solarparks
Eine ehemalige Deponie in Ahaus-Alstätte soll bald ein großes Solarkraftwerk beherbergen. Der Kreis Borken hat grünes Licht für das Vorhaben gegeben, das brachliegendes Gelände in eine Quelle erneuerbarer Energien verwandeln soll. Das Areal gehört gemeinsam dem Kreis und der Stadt Ahaus und bietet eine praktische Lösung für die nachhaltige Stromerzeugung.
Da der Untergrund der Deponie instabil bleibt, sind klassische Bauprojekte dort schwierig umsetzbar. Doch die freiflächige Lage und die intensive Sonneneinstrahlung machen den Standort ideal für Solarmodule. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Westmünsterland (AWG) wird das Projekt leiten und dafür sorgen, dass die engen Fristen eingehalten werden. Um staatliche Fördergelder zu erhalten, muss der Solarpark bis Mitte 2025 vollständig in Betrieb sein.
Neben der Solarstromerzeugung wird der Standort auch als möglicher Speicherstandort geprüft. Dadurch könnte überschüssige Windenergie zwischengespeichert und die Netzstabilität verbessert werden. Zudem könnte der Solarpark die jährlichen Unterhaltskosten der Deponie senken – und so möglicherweise die Müllgebühren für die Haushalte vor Ort reduzieren.
In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits ähnliche Projekte. Seit 2021 wurden drei große Solarparks auf ehemaligen Deponien realisiert oder geplant: ein 12-Megawatt-Park in Marl (2022), eine 8-Megawatt-Anlage in Gelsenkirchen (2023) sowie ein 15-Megawatt-Projekt in Duisburg, das 2025 fertiggestellt werden soll.
Der Solarpark in Ahaus-Alstätte wird nicht nur eine stillgelegte Deponie neu nutzen, sondern auch die regionalen Energieziele unterstützen. Wird er termingerecht fertiggestellt, könnte er die Kosten für die Anwohner senken und das wachsende Netz an Deponie-Solarprojekten in Nordrhein-Westfalen erweitern. Zudem werden Optionen für Energiespeicherlösungen geprüft, um Windstrom besser in das lokale Netz zu integrieren.