Abseits-Drama im DFB-Pokal entfacht Debatte um früheren VAR-Einsatz
Klaus-Günter SölzerAbseits-Drama im DFB-Pokal entfacht Debatte um früheren VAR-Einsatz
Eine umstrittene Abseitsentscheidung im DFB-Pokal hat die Forderungen nach einem früheren Einsatz des Videobeweises (VAR) in dem Wettbewerb neu entfacht. Leroy Sané von Bayern München erzielte gegen den 1. FC Köln einen Ausgleichstreffer, obwohl er sich in einer Abseitsposition befand. Der Vorfall hat eine erneute Debatte darüber ausgelöst, wann und wie die Technologie im deutschen Fußball eingesetzt werden sollte.
Die Kontroverse begann während des 2:1-Siegs der Bayern gegen Köln in der ersten Runde des DFB-Pokals. Schiedsrichter Tobias Welz und sein Team übersahen Sanés Abseitsstellung vor dem Tor. Der Fehler ist seitdem zu einem zentralen Argument für die Befürworter einer früheren Einführung des VAR geworden.
Auch in der Bundesliga steht der Videobeweis in der Kritik. Eintracht Frankfurt wurde in einem 1:1 gegen Heidenheim ein Tor aberkannt, was Trainer Dino Toppmöller frustrierte. Er argumentierte, ein klares Tor sei zu Unrecht nicht gegeben worden, und verstärkte damit die anhaltende Unzufriedenheit mit der Anwendung des VAR.
Die Kosten bleiben ein großes Hindernis für die Ausweitung des Systems. In den beiden höchsten Ligen werden die VAR-Ausgaben – rund 11 Millionen Euro Grundkosten und fast eine weitere Million für Personal – durch Fernseheinnahmen gedeckt. Auf 612 Spiele verteilt, belaufen sich die Kosten auf knapp 20.000 Euro pro Spiel. Vereine außerhalb der DFL verfügen jedoch weder über die finanziellen Mittel noch über die Infrastruktur, was den Einsatz des VAR in den frühen Pokalrunden zu einer finanziellen Herausforderung macht.
Trotz der Hindernisse drängen einige Verantwortliche auf Veränderungen. Bayern-Chef Max Eberl unterstützt die Einführung des VAR zumindest ab der zweiten Runde. Auch Jochen Drees, ehemaliger Schiedsrichter und heute Innovationsleiter bei der DFB Schiri GmbH, hält dies für machbar. Ohne zusätzliche Finanzierung bleibt der Vorschlag jedoch unsicher.
Der übersehene Abseits im DFB-Pokal hat den Druck auf den DFB erhöht, die Rolle des VAR zu überdenken. Zwar bestehen weiterhin technische und finanzielle Hürden, doch die Debatte zeigt das wachsende Verlangen nach mehr Einheitlichkeit in der Schiedsrichterführung. Jede Entscheidung wird die Fairness gegen die praktischen Herausforderungen der Umsetzung abwägen müssen.






